Der (Wendel-) Bohrer

Der normale Gewindebohrer kann in drei Bereiche aufgeteilt werden:

Wendelbohrer

Der Schaft:
Er übernimmt die Aufgabe die Drehbewegung und das Drehmoment von der Spindel auf den Bohrer zu übertragen. Wichtig dabei ist der Rundlauf und die Ebenheit der Zylindermantelfläche (Kegelfläche) und die fluchtende Lage der Achsen von Spindel und Bohrer.

Die Wendel:
Die Wendel übernimmt drei Aufgaben. Zuerst fördert die Wendel die Späne aus der Bohrung. Gleichzeitig ist eine Wendellänge notwendig um überhaupt eine Tiefe der Bohrung zu ermöglichen. Dann, wenn die Bohrerspitze abgenutzt ist (Verschleiß), liefert die Wendel den Schleifvorrat für das wiederholbare Anschleifen des Bohrers.

Die Spitze:
An der Spitze wird die Hauptarbeit geleistet. Hier zerspanen die Hauptschneiden den Werkstoff, die Querschneide drückt den Werkstoff nach außen, hin zu den Hauptschneiden. Mit den Nebenschneiden wird die Bohrungswand geglättet.

Bewegungen am Bohrer:
Damit mit einem Bohrer eine Bohrung gefertigt (hergestellt) werden kann müssen zwei Bewegungen zusammenspielen. Zuerst gib es die Drehbewegung des Bohrers um seine eigene Achse. diese Drehbewegung wird als Drehzahl n angegeben.

Sie wird an der Bohrmaschine eingestellt. Von oben /seitlich betrachtet dreht der Bohrer rechts herum, in Uhrzeigersinn. (Von unten auf die Spitze gesehen dreht der Bohrer gegen Uhrzeigersinn.) Die Drehzahl n wird mit der Einheit [U/min] physikalisch/ mathematisch richtig mit [1/min] angegeben.

Die zweite Bewegung ist der Vorschub f. Damit wird der Bohrer in die Bohrung hinein gedrückt und somit wird die Bohrung tiefer gebohrt. Der Vorschub f wird angegeben in der Einheit [mm]. Gemeint ist damit aber die Verfahrung des Bohrers pro Umdrehungen [mm/U].

Die Spitze des Wendelbohrers

An der Spitze des Wendelbohrers wird der größte Anteil der Arbeit geleistet und in die Werkstoffzerspanung gesteckt! Deshalb muss man sich die Bohrerspitze genauer ansehen:

Bohrerspitze

Anhand der Zeichnung soll der Schüler mindestens zuordnen können, wo die belasteten Kanten, die Schneiden, am Bohrer sind.

Die Nebenschneide befindet sich am Umfang des Bohrers. Diese Schneide glättet die Bohrungswand und stützt den Bohrer in seitlicher Richtung ab.

Ab der Schneidenecke nennt man die Kante die Hauptschneide, hier wird der Werkstoff hauptsächlich aus dem Werkstück geschnitten. In der Mitte der Bohrerspitze, die Verbindung der beiden Hauptschneiden, wird als Querschneide bezeichnet, obwohl hier der Werkstoff nur nach außen gedrückt oder gequetscht wird und nicht geschnitten.